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Konstantin Kaiser:
Berthold Viertel (1885-1953)
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Die Nachkriegssituation
Viertel hatte seit 1937 an den Debatten des antifaschistischen Exils teilgenommen, hatte seine Konflikte mit ausgetragen und seine Krisen miterlitten. Mit der militärischen Niederwerfung Hitlerdeutschlands verlor das auf die Befreiung vom Faschismus hingespannte Exil allmählich seinen inneren Zusammenhalt. Eine neue, oft schwierigere Phase des Exils, in der sich die einzelnen Exilierten existentiell auf sich selbst zurückgeworfen fanden, begann. Die großen Hoffnungen auf eine demokratische Erneuerung Mitteleuropas zerbrachen nicht nur an der Realpolitik des Kalten Krieges, sondern auch an der menschlichen und geistigen Verwüstung, die der Faschismus hinterlassen hatte. Auch seine Vision eines Austria Rediviva (Austro-American Tribune 1945) verhallte weitgehend ungehört und ungelesen.
Viertel, Berthold: Austria rediviva 1
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Viertel, Berthold: Austria rediviva 2 zeigen
Viertel, Berthold: Austria rediviva 3 zeigen
Viertel hatte im September 1947 mit der BBC in London einen Vertrag geschlossen (er sollte für die deutschsprachigen Sendungen Radioregie führen und Texte schreiben); im Februar 1948 wurde er zu einer Reportagereise ins Ruhrgebiet und nach Berlin geschickt; am 24. April schrieb er, wieder in London, an Salka:
"Weißt Du, wenn man von Ruinen spricht, darf man nicht vergessen, wieviele Menschenruinen es gibt, das Ganze ist eine Ruine, die Ruine eines Volkes, das dennoch weiterlebt, arbeitet, weiterhaßt, darbt, weiterstrebt."
Dass Viertel letztlich im Dezember 1948 nach Wien zurückkehrte, darf nicht als Heimkehr missverstanden werden. Er plante, nach einigen Jahren wieder in die USA zu gehen, sah sein Engagement in Wien zunächst als ein vorläufiges. Noch in New York hatte er Alice Herdan-Zuckmayer gegenüber seine Absicht mit den Worten beschrieben:
"... als Kritiker und Lehrer wirken und so versuchen, neue Grundlagen zu legen und zu festigen." (Brief vom 1. Juli 1947)
S. 20/25
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