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Konstantin Kaiser:
Berthold Viertel (1885-1953)
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Zur Rezeption des literarischen Werks
Dass erst Jahrzehnte nach dem Tod Viertels eine erste Ausgabe seiner Werke versucht wurde, hatte besondere Gründe. Der Jude Berthold Viertel wurde 1933 aus Deutschland, 1938 aus dem zur Ostmark gewordenen Österreich vertrieben. Er war aus dem Exil zurück-, aber nicht heimgekehrt. Er hatte, in den letzten fünf Jahren seines Lebens, mit Erfolg als Regisseur am Burgtheater in Wien gewirkt, aber sein literarisches Werk, das den Gefährten seines Exils - Bertolt Brecht, Hermann Broch, Günther Anders, Thomas Mann und vielen anderen - bedeutsam genug erschien, ist im Exil geblieben. Die Auswahlbände, die nach 1945 in Deutschland herausgegeben wurden (Dichtungen und Dokumente, 1956; Schriften zum Theater, 1970; Gesammelte Gedichte, 1981), blieben ohne durchgreifende Wirkung. Sie machten nur einen kleinen Teil der wahrlich umfangreichen literarischen Hinterlassenschaft Viertels zugänglich.
Der Nachlass umfasst neben Regie- und Filmdrehbüchern tausende Gedichte, Essays, Tagebuchaufzeichnungen, Erzählungen, autobiographische Fragmente und eine gewaltige Korrespondenz. Sehr vieles davon ist, musste fragmentarisch bleiben: zu gewaltsam waren die Brüche zwischen Viertels verschiedenen Lebensstationen, zu leidenschaftlich war Viertel selbst am Leben der anderen Menschen und am Zusammenwirken mit ihnen interessiert. Der ideale Ort dieser Leidenschaft war für Viertel das Theater, dem er einen wichtigen Teil seiner Lebensarbeit widmete. Allenthalben jedoch stieß Viertel auf Lebendiges, das es zu fördern und dem es sich zu verbinden galt:
"Jedes Gespräch, das sich zufälligerweise an einem Straßenkiosk entwickelt, ist eine vollendete Theaterszene." (Undatierte Tagebuchnotiz)
Sein Freund Brecht hat ihn darum den "Städtebauer aus den Gesichten" genannt.
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Holzner, Johann: Friedensbilder in der österreichischen Exilliteratur zeigen
Holzner, Johann: Berthold Viertels "Kalifornien"-Gedichte zeigen
S. 25/25
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