coll. of the Artist. Mit freundlicher Genehmigung von Yosl Bergner, Tel Aviv.
MalerIn/FotografIn:
Am Beispiel von insgesamt 13 exil-relevanten Themen und Problemen werden konkrete Fragen und mehrere Möglichkeiten angeboten, selbstständige Antworten zu verfassen. In jedem PRAXISFELD wird Ihnen jeweils ein ARBEITSBLATT angeboten, auf dem Sie Ihre Antworten in Essayform formulieren sollen. Sie werden gebeten, dieses auf Ihrem PC zu speichern, um es erneut und jederzeit bearbeiten zu können. Wenn Sie eine Prüfung ablegen wollen, bitten wir Sie, die Arbeitsblätter der von Ihnen gewählten Praxisfelder Ihrem Prüfer zuzuschicken. Sie werden Teil der Beurteilung sein. Sie bekommen auch die Möglichkeit, multiple-choice-Antworten zu geben oder Entscheidungsfragen zu beantworten, indem Sie Ja-Nein-Buttons anklicken können und dazu entsprechende Informationen erhalten. Die interaktiven PRAXISFELDER dienen insbesondere dem Einsatz des Lehr- und Lernpakets als Grundlage für das Fernstudium.
Das vorliegende Modul zum wahrscheinlich fragmentarischen Text "Emigration" (1937) stellt zunächst den Journalisten und Essayisten Roth kurz vor. Es gibt dann einen Einblick in die widersprüchliche und - aus heutiger Sicht - zum Teil sehr verstörenden Analysen von Emigration und Exil, die Joseph Roth im Jahre 1937 versucht hat. Dieses Dokument zeigt den zweifellos irritierten Blick des verzweifelten Joseph Roth, der versucht, Erklärungen und Gründe für den Sieg des Nationalsozialismus zu finden und sich dabei noch an keine verbindlichen Erklärungsmuster halten kann. Das Praxisfeld eröffnet so auch Einblicke in Joseph Roths widersprüchliche Persönlichkeit.
In diesem Praxisfeld wird einerseits die Möglichkeit geboten, die Entstehungsgeschichte sowie den Inhalt und Anspruch von Hermann Brochs Roman "Die Schuldlosen" näher kennenzulernen. Andererseits wird anhand des Textes "Methodisch konstruiert" mit Brochs poetischer Verfahrensweise und seiner Absicht vertraut gemacht, das Kleinbürgertum der Weimarer Republik als (mentalen) Träger des Nationalsozialismus zu thematisieren.
Herbert Staud
Österreichs Besetzung im Jahre 1938 wurde - außer von Mexiko - von den Staaten ohne Protest hingenommen. Um so mehr bestand für das österreichische Exil die Notwendigkeit, sich mit der nationalen Frage auseinanderzusetzen. Gerade auch Schriftsteller trugen im Exil zur Entwicklung eines österreichischen Nationalbewusstseins bei, indem sie sich mit der Vergangenheit Österreichs und seiner möglichen Zukunft beschäftigten. In diesem Modul können Sie zwei unterschiedliche Zugänge zur habsburgischen Vergangenheit Österreichs kennenlernen, die Entwicklung exilierter Jugendlicher zu bewussten Österreichern verfolgen und zwei Gedichte über Österreich aus den Jahren 1938 und 1945 vergleichen.
Herbert Staud
Im Laufe Ihrer intensiven Beschäftigung mit der österreichischen Literatur des Exils und Widerstands haben Sie viele und vielfältige Textzeugnisse dieser Literatur als Dokumente angesehen, gelesen oder auch analysiert. Hier sollen Sie nun folgenden Fragen nachgehen: Welche Stellung nehmen diese Texte heute im Kanon der österreichischen Literatur des 20. Jahrhunderts ein? Sind sie in den diversen Anthologien österreichischer Prosa und Lyrik vertreten? Gibt es eine Anthologie österreichischer Exilliteratur?
Herbert Staud
Begeben Sie sich mit diesem Modul auf die Suche nach Spuren der Exilliteratur. Nützen Sie das Internet, um an Materialien und Informationen zur Exilliteratur heranzukommen, die sonst nur schwer greifbar sind. Die nachfolgenden Aufgaben können Ihnen natürlich nur einen Anstoß für die selbstständige Recherche geben, aber Sie lernen dabei Institutionen und Publikationen kennen, die Ihnen für weitere Arbeit auf dem Gebiet der österreichischen Exilliteratur nützlich und hilfreich sein können. Erkunden Sie zuerst Nachlässe, recherchieren Sie dann in Bibliotheken, lernen Sie Exilzeitschriften kennen, informieren Sie sich über einschlägige Vereine und Gesellschaften. Sie bekommen damit einen kleinen Überblick über die österreichische Exilliteratur und über die Beziehungen zwischen ihren Autor/inn/en.
Dieses Praxisfeld skizziert zuerst die spezifischen Bedingungen für Frauen, die ins Exil gehen mussten, und ihre Bewältigungsformen im Exil. Es wird zugleich der Frage nachgegangen, welche lebensgeschichtlichen Voraussetzungen mitentscheidend für die Art der Aufnahme in ein Exil-Land und für das Leben in der Fremde waren (z. B. Zeitpunkt der Flucht, politische Orientierung, "rassische" Zugehörigkeit, soziale und berufliche Herkunft). Relativ spät hat die Exilforschung dem Geschlechter-Aspekt Beachtung geschenkt. Anschließend wird an einigen ausgewählten Lebensschicksalen von Schriftstellerinnen (Vicki Baum, Hermynia Zur Mühlen, Mela Hartwig, Lili Körber, Hilde Spiel) gezeigt, auf welche unterschiedliche Art und Weise diese Frauen mit ihrer Exilsituation umzugehen verstanden und umgehen mussten. Jedes einzelne Beispiel ist eine Summe von unterschiedlichen Faktoren und jeweils spezifisch. Dennoch kann man einige generelle Trends herauslesen, zu denen es natürlich immer Ausnahmen gibt.