Exil Exil Überblicke
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Titel: Woman at a Window
1956 coll. Tel Aviv Museum of art. Mit freundlicher Genehmigung von Yosl Bergner, Tel Aviv.
MalerIn/FotografIn: Yosl Bergner
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Die ÜBERBLICKE beschäftigen sich in insgesamt 17 Modulen mit den wichtigsten Voraussetzungen, Erscheinungsweisen und Problemen des Exils. Am Ende von Kapiteln oder Textabschnitten werden multimediale Materialien (Fotos, Töne, Videos, Externe Links, Textausschnitte) angeboten. Jede Einheit enthält einen ANHANG, in dem die bibliographischen Materialien versammelt sind und eine Printversion der Vorlesung angeboten wird.
Diese Chronik bietet wichtige Daten und Fakten zum österreichischen Exil in Großbritannien. Den Schwerpunkt bildet das "Austrian Centre" als wichtigste Organisation österreichischer Emigranten in England. Neben historisch relevanten Daten wird auf Gründungen von österreichischen Exilorganisationen und Exilzeitschriften hingewiesen. Besonderes Augenmerk wird auf kulturelle Veranstaltungen gelegt, denen im Wesentlichen zwei Motivationen zu Grunde lagen: Einerseits wollte man zeigen, dass es auch ein anti-nazistisches, ein demokratisches und aufgeschlossenes Österreich gibt, andererseits sollte Österreich als eine große Kulturnation vorgeführt werden, deren Wiederherstellung ein wichtiges Kriegsziel sein müsse. Schließlich wird noch auf die humanitären Aktionen und Organisationen der österreichischen Exilanten verwiesen: auf die Hilfe für Flüchtlinge, für die Österreicher in der britischen Armee und schließlich für das befreite Österreich.
Diese Vorlesung setzt sich mit dem klassischen europäischen Exil- und Asylland Schweiz auseinander. Es zeichnet die Debatten über den Status von Flüchtlingen nach, skizziert die Exilbedingungen und die Stationen, die zur restriktiven Asyl- und Flüchtlingspolitik zwischen 1933 und 1945, besonders aber seit 1938 durch so genannte Grenzsperrungen geführt haben. Weitere Schwerpunkte der Vorlesung bilden die Arbeit von Hilfsorganisationen, die Bedeutung des Zürcher Schauspielhauses für Exilant/inn/en aus dem deutschen und österreichischen Raum sowie kurze Fallstudien zu einigen Autor/inn/en.
Die Vorlesung skizziert die Situation des österreichischen Exils auf dem südamerikanischen Kontinent, wobei sowohl Parallelen als auch Unterschiede in einigen Exilländern herausgearbeitet werden. Ausgehend von der Darstellung des derzeitigen Standes der Forschung wird nicht nur den unterschiedlichen weltanschaulichen Gruppierungen nachgegangen, sondern u. a. auch an die Exilschicksale von Alfredo Bauer, Fritz Kalmar und Trude Krakauer erinnert. Das letzte Kapitel bietet eine Übersicht über die aus Österreich kommenden Exilanten in Lateinamerika.
Der folgende Überblick stellt das Exilland Kolumbien vor. Zahlenmäßig gehörte es zwar zu den kleinen Exilländern, die zudem schwer zu erreichen waren. Dennoch gelang es der österreichischen Exilant/inn/enkolonie in Kolumbien, nach den Anfangsschwierigkeiten ein vielfältiges und vergleichsweise reiches kulturelles und politisches Leben aufzubauen und Kontakte zu anderen Exilorganisationen herzustellen.
Das Modul beschäftigt sich mit der Literatur österreichischer Einwanderer in Israel. Diese Literatur entzieht sich der Kategorisierung als "Exilliteratur", wenngleich viele der Autor/inn/en auf der Flucht vor Hitler nach Palästina gelangt waren. Für die meisten Einwanderer bedeutete der Entschluss zur Einwanderung in Palästina/Israel jedoch die Konsequenz aus ihrer zionistischen Weltanschauung. Dennoch befanden sie sich, wie es Schalom Ben-Chorin ausdrückte, in einem "Sprach-Exil". Die deutschsprachigen Schriftsteller Israels befinden sich in einer Art Doppelstellung. Das Schreiben in deutscher Sprache ermöglicht ihnen den imaginären Kontakt mit den Ländern ihrer Herkunft, in denen sie Kindheit und Jugend verbracht haben und aus denen die meisten von ihnen - bedingt durch die rassistische Verfolgungs- und Vernichtungspolitik Hitler-Deutschlands - vertrieben wurden. Literatur wird so zu Erinnerungs-Arbeit. Schreiben dient der Bewahrung des Gedächtnisses - die Erinnerung an die Herkunft wird gebrochen durch die traumatisierenden Erlebnisse von Verfolgung, Flucht und Vernichtung.
"Immer schon waren Dichter ohne Heimat unheimliche Dichter." (Marcel Reich-Ranicki: Juden in der deutschen Literatur 1969) Auch für die österreichischen Autor/inn/en im mexikanischen Exil, ja für alle Österreicher/innen, die das kulturelle und das politische Exil in Mexiko mitgestalteten, gilt diese Beobachtung. Immer schon wurden aus den vertriebenen und verfolgten Autoren verdrängte und vergessene. Es gilt, die ins mexikanische Exil vertriebenen österreichischen Autor/inn/en wieder zu entdecken und an ihre großartigen Leistungen zu erinnern. Alle Richtungen und Strömungen der politischen, der ästhetischen und der moralischen Gesinnung sind vertreten; das jüdische Exil in Mexiko steht an bedeutender Stelle. Dieses Modul bietet einen breiten und zugleich detaillierten Überblick über österreichische Exil-Schicksale sowie einen Aufriss der Exil-Institutionen in Mexiko, eingebettet in die historischen Kontexte. Literarische und programmatische Texte werden angeboten.
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