Leon Askin (Eigentlich: Leo (Lion) Aschkenasy)
Wuchs in kleinen Verhältnissen in Wien auf. Der Vater war begeisterter Sozialdemokrat und gläubiger Jude, und die Mutter vermittelten ihm das Interesse für das Theater. Zunächst Schauspielunterricht bei Hans Thimig und Paul Kalbeck, dann ein Semester am damals neugegründeten Reinhardt-Seminar. 1928-33 Schauspieler und Regisseur am Düsseldorfer Schauspielhaus von Louise Dumont. Im März 1933 verhaftet, wurde er auf Intervention des österr. Konsulats entlassen. Emigration nach Paris. Beginn politischer Kabarettauftritte mit Gerda Redlich, Peter Bach u. a. in einem deutschsprachigen Emigrantenkabarett im „Chez Lurion“ – als Ensemble „Künstler-Club Paris-Wien/Club Paris-Vienne“ Auftritte bis Ende 1934. Walter Mehring schrieb für das Ensemble den „Emigrantenchoral“. Vor der Abstimmung im Saarland (Sommer 1934) Auftritte in Saarbrücken (Zusammenarbeit mit Erich Weinert) gegen den Anschluss an Nazi-Deutschland. Herbst 1934 Gründung des Kabaretts „Les Sans Culottes“, Aufführung von Jean Cocteaus „Discours du grand sommeil“. Ab 1935 wieder in Wien; künstlerischer Leiter der oppositionellen Kleinkunstbühne „ABC“ und als Regisseur und Schauspieler in Stella Kadmons „Der liebe Augustin“. Als Schauspieler am Landestheater in Linz, Theater an der Wien und „Theater der Jugend“ (Österreichische Volksbühne) tätig.
März 1938 Flucht über die Schweiz nach Paris. Mitwirkender bei einer deutschsprachigen dramatisierten Fassung von Joseph Roths „Hiob“ im „Théâtre Pigalle“ und bei Ödön von Horváths „Glaube Liebe Hoffnung“ in der Salle d’Iéna (Dezember 1938) und bei Rezitationsabenden im „Club Heinrich Heine“; künstlerische Leitung und Mitwirkung bei Veranstaltungen des „Cercle Culturel Autrichien“. Mitglied der „Union des artistes exilés de langue allemande“. Freundschaft mit Erwin Piscator. (Seit 1966 im Vorstand der Piscator Foundation.) 1939 interniert und ins Lager Meslay-du-Maine gebracht. Mit Egon Eis, Karl Frucht, Karl Farkas, Marcel Rubin (Musik), Heinrich Sussmann (Dekorationen) u.a. Kabarett für die Internierten. Im Februar 1940 Entlassung und in die USA. Arbeitete zunächst als Bühnenarbeiter am Sommertheater in Brattleboro (Vermont), 1941-42 künstlerischer Leiter am Civic Theater (Washington). 1942-46 Public Relations Officer bei der US-Army; Hrsg. der Wochenzeitschrift der Air Force „The Orientation Digest“; zahlreiche Beiträge dafür in engl. Sprache. Beiträge in „Aufbau“ und „Times Herald“. Zahlreiche Inszenierungen am „Equity Library Theater“ und bei den „Players from Abroad“, in denen er auch selbst mitwirkte (Shylock in „The Merchant of Venice“; Faust u.a.). Lehrtätigkeit an Piscators Dramatic Workshop und am American Theater Wing. Ab 1955 erneut in Deutschland und Österreich tätig (Hamburger Kammerspiele, Theater in der Josefstadt, Burgtheater). Mitwirkender bei über 40 Filmen in Hollywood und auch bei dt. und auch österr. Filmproduktionen; in der US-TV Serie „Meeting of Minds“ (politische Dialoge in Cabaret-Form) reüssierte Leon Askin in der Rolle des Karl Marx. – Mitbegründer des Austrian-American Council of the West. 1993 Rückkehr nach Österreich; lebt in Wien.
Auszeichnungen: Ehrenmedaille der Stadt Wien, Österr. Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst.
Angaben nach: Bolbecher, Siglinde/Kaiser, Konstantin: Lexikon der österreichischen Exilliteratur. Wien 2000 46 ff./Bearbeitet von Armin Eidherr, Salzburg.