Czernowitz (heute: Tschernowzy, Ukraine) war von 1774 bis 1918 die Hauptstadt des österreichischen Kronlandes Bukowina. Nach dem Ersten Weltkrieg bis 1944 gehörte es zu Rumänien, danach bis 1989 zur Sowjetunion.
Czernowitz entwickelte sich insbesondere nach 1867 zu einem ökonomischen und intellektuellen Zentrum, wurde 1875 Universitätsstadt und hatte um 1900 etwa 90.000 Einwohner. Mitverantwortlich für diese positive Entwicklung war die kulturell weitgehend nach Wien und dem deutschsprachigen Raum ausgerichtete jüdische Bevölkerung, die einen Anteil von rund 33% verzeichnete. Aus Czernowitz bzw. der Bukowina stammen daher bedeutende deutschsprachige Schriftsteller/inn/en, die im Laufe der wechsel- und leidvollen Geschichte dieses Raumes, insbesondere der Lagererfahrung (1942-44) und der Vernichtung der jüdischen Gemeinde und Kultur auch zu Exilant/inn/en wurden: Rose Ausländer (1907-1988, Klara Blum – Zhu Bailan (1904-1977), Paul Celan (1920-1970), Leo Katz (1892-1954), Else Keren (1924-1995) oder Alfred Margul-Sperber (1888 – 1967).