(eigentlich: Johann Franz Albert Haringer)
Schulbesuch in Traunstein (Bayern), Salzburg und Ansbach (Bayern). 16jährig verließ er ohne Abgangszeugnis die Schule. Beginn einer kaufmännischen Lehre in einer Salzburger Feinkosthandlung; ab 1915 unstetes Wanderleben. 1917 zum deutschen Militär eingezogen; nach längerer Krankheit schließlich 1918 aus dem Militärdienst entlassen. Lebte in München und wurde bei der Niederschlagung der Münchner Räterepublik kurzzeitig arretiert. Ab 1920 Veröffentlichungen in expressionistischen Zeitschriften. Wieder Wanderleben. Ab 1926 wegen eines Teppichschmuggels polizeilich verfolgt. 1929 Teilnahme am Internationalen Vagabundenkongress in Stuttgart-Degerloch. Lebte in Wien, Berlin und vor allem in der Umgebung von Salzburg. Wiederholte psychiatrische Zwangsinternierung. Übersetzte François Villon. Gefördert von Hermann Hesse und Alfred Döblin. Ab 1931 in Ebenau bei Salzburg. 1931-33 Zusammenleben mit der Schauspielerin Hertha Grigat. Im Juli 1936 aus dem Deutschen Reich ausgebürgert. März 1938 Flucht aus Ebenau nach Prag, dann in die Schweiz. 1939 vorübergehender Aufenthalt in Paris. Ende 1939 illegal in Zürich. 1939 mit „sämtlichen Schriften“ auf der „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“ der Reichsschrifttumskammer. In verschiedenen Arbeits- und Internierungslagern der Schweiz. Veröffentlichungen in den Zeitschriften „Alte und neue Welt“ (Einsiedeln) und „Der Aufstieg“ (Bern). Betreut durch den Kreuzritter-Dienst, Bern, der ihm einen Erholungsaufenthalt in den Tessiner Bergen ermöglichte. Mitverfasser der Anthologie „Gesang auf dem Wege“ (1945). Seit Frühjahr 1946 Aufenthalt in Köniz bei Bern. Gedichte in „das silberboot“ (Salzburg). Jakob Haringer starb bei einem Besuch in Zürich.
Angaben nach: Bolbecher, Siglinde/Kaiser, Konstantin: Lexikon der österreichischen Exilliteratur. Wien 2000, 283 f./Bearbeitet von Armin Eidherr, Salzburg.