Geb. Pollatschek: Ps.: Illy Stefan. Exil: 1938 CSR, 1939 GB, 1978 Israel.
Tochter von Stefan Pollatschek. Gerda Hoffer wurde 1937 in ihrer Mittelschulzeit in Wien Jungkommunistin, wurde im „Ständestaat“ 1937 vor dem Jugendgericht angeklagt, von Heinrich Steinitz verteidigt und war September bis Dezember in Haft. Sie wurde deshalb der Schule verwiesen. Befreundet mit Elias Canetti. Exil mit den Eltern. Die Familie wurde in Großbriatnnien vom Czech Refugee Trust Fond unterstützt. In Großbritannien lebte sie in London, Manchester, Norfolk, Baldok und zuletzt wieder in London. „In den folgenden Kriegsjahren versuchte ich auf alle mögliche Weisen meinen Lebensunterhalt zu verdienen und arbeitete in einer Fabrik, als Kinderpflegerin, als Schuhverkäuferin und was immer gerade gebraucht wurde.“ (Gerda Hoffer) 1941-43 Verbindung zum Austrian Centre. 1942 Heirat mit Dr. jur. Friedrich Hoffer (1909 Gablonz/Böhmen-1971 London), Cousin des Psychoanalytikers Willy Hoffer. Über ihren Mann Kontakt zu tschechischen Exilgruppen. Gerda Hoffer konnte auch nach Kriegsende nicht ans Studieren denken, da ihr Mann erst wieder Prüfungen ablegen mußte, um seinen Beruf als Rechtsanwalt in Großbritannien ausüben zu können. 1947 britische Staatsbürgerin. Verbindung zur zionistischen Bewegung in Großbritannien. Studium der vergleichenden Religionswissenschaft (Abschluß 1964) an der Universität London und Arbeit als Lehrerin in der Erwachsenenbildung. 1968 veröffentlichte sie einen Detektivroman. 1973 besuchte sie erstmals wieder Österreich. Kontakt mit Viktor Matejka. Nach der Übersiedlung nach Jerusalem 1978 schrieb sie u. a. für: „Menora“ (Oxford), „B’nai B’rith Voice from Jerusalem“, „Mit der Ziehharmonika“, „Die Gemeinde“ (Wien). Verfasserin humoristischer Erzählungen über ihr Leben in Israel für US-amerikanische („Search“) und engl. Zeitungen. Bekanntschaft mit Avigdor Dagan (Viktor Fischl). Mitglied der österreichisch-israelischen Freundschaftsgesellschaft und der Theodor Kramer Gesellschaft. 1981 Verfasserin eines Berichts über das Ghetto von Kielce „I did not survive“. Gerda Hoffer lebt in Jerusalem.
Angaben nach: Bolbecher, Siglinde/Kaiser, Konstantin: Lexikon der österreichischen Exilliteratur. Wien 2000./Bearbeitet von Karl Müller