Exil Lexikon Horowitz, Ber

Horowitz, Ber

Sohn eines Handelsvertreters in den karpatischen Bergen Galiziens, der viel reiste, zwölf Sprachen beherrschte und an der Begründung der Erdölförderung in Rumänien beteiligt war. Ber Horowitz besuchte das polnische Gymnasium in Stanislau. Nach der Matura im Jahre 1914 wurde er zur österreichisch-ungarischen Armee eingezogen, schrieb Gedichte über die Sinnlosigkeit des Krieges. In Wien studierte er Medizin und gehörte zum literarischen Zirkel um Mosche Silburg. Ber Horowitz veröffentlichte seine Gedichte (meist neoromantische Reminiszenzen an die Natur und das Leben der jüdischen Landbevölkerung der Karpaten), Erzählungen (über den Baal Schem Tov, den Begründer des Chassidismus) und Artikel über jüdische Kunst und Malerei in der „kritik“ und anderen jiddischen Zeitschriften. 1919 erschien sein erster Lyrikband „fun majn hejm in di berg“ im Wiener Verlag „der kwal“, 1930 ein zweiter Gedichtband „rejech fun erd“. – Er kam immer wieder nach Stanislau zurück. Dort wurde er 1942 zusammen mit 10.000 anderen Jüdinnen und Juden ermordet.

Angaben nach: Bolbecher, Siglinde/Kaiser, Konstantin: Lexikon der österreichischen Exilliteratur. Wien 2000, 323 f. / Bearbeitet von Armin Eidherr, Salzburg.

Werkverzeichnis

Forschungsliteratur

  • Burg, Josef - Der Sänger der Karpaten
  • Kohlbauer-Fritz, Gabriele - Fritz, Gabriele - In a Schtodt woss starbt / In einer Stadt, die stirbt
  • Rawitsch, Melech - majn lekssikon
  • Witt, Hubert - Der Fiedler vom Getto

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