Exil Lexikon Imber, Schmuel Jankev

Imber, Schmuel Jankev

Sohn von Schemarja Imber, einem hebräischen und jiddischen Schriftsteller; Schmuel Jankev Imbers Onkel war Nafthali-Herz Imber, der Autor des Textes der „Hathikvah“, der israelischen Nationalhymne. – Nach einer traditionellen Erziehung und Absolvierung des Gymnasiums studierte Schmuel Jankev Imber vergleichende Literaturgeschichte in Lemberg, besuchte 1912 Palästina und schrieb viele nie vertonte Zionslieder („hejm-lider“, Wien 1918). 1911 erschien in Stanislau sein vielbeachtetes historisches Epos „esstherke“, das als sein Hauptwerk gilt. Im 1. Weltkrieg diente er als Soldat in der österreichisch-ungarischen Armee. 1918 kam er nach Wien. Dort gab er im selben Jahr im Verlag von Max Hickl die Anthologie INTER ARMA mit Beiträgen von Melech Rawitsch, Jakob Messtel, David Königsberg und Uri Zvi Grinberg heraus. In der von ihm 1918-19 herausgegebenen Zeitschrift „najland“ (Wien, Lemberg) stellte er neben jiddischen auch Autoren wie Rabindranath Tagore, Selma Lagerlöf, Oscar Wilde und Knut Hamsun den jiddischen Lesern vor. Zur Zeitschrift existierte ein in Lemberg und Wien tätiger gleichnamiger Verlag. Imber übersetzte u. a. Gedichte von Heinrich Heine ins Jiddische. Die Einflüsse der deutschen und polnischen Lyrik auf sein poetisches Werk sind – auch in stilistischer und sprachlicher Hinsicht – sehr deutlich erkennbar.

Imber emigrierte 1921 in die USA, kehrte jedoch 1925 nach Lemberg und Krakau zurück. 1934 erschienen in Warschau seine Oscar-Wilde-Übersetzungen auf Polnisch. Er wurde 1942 (nach anderer Angabe 1939) von Ukrainern (?) ermordet.

Angaben nach: Bolbecher, Siglinde/Kaiser, Konstantin: Lexikon der österreichischen Exilliteratur. Wien 2000, 332 f./Bearbeitet von Armin Eidherr, Salzburg.

Werkverzeichnis

Forschungsliteratur

  • Najgreschl, Mendl - di moderne jidische literatur in galizje
  • Rawitsch, Melech - Das Geschichtenbuch meines Lebens
  • Rawitsch, Melech - majn lekssikon
  • Witt, Hubert - Der Fiedler vom Getto

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