Exil Lexikon Koestler, Arthur

Koestler, Arthur

Übersiedelt 1919 nach Wien, schreibt von da an in deutscher Sprache. Oberrealschule in Baden bei Wien. 1922 Immatrikulation an der Technischen Hochschule Wien, Mitglied der schlagenden zionistischen Burschenschaft „Unitas“. Kurz vor Beendigung seines Studiums verbrennt er das Studienbuch und geht 1926 als Anhänger der „Revisionisten“ (Jabotinsky) nach Palästina. Ab 1927 Auslandskorrespondent für Ullstein im Nahen Osten, dann ab Juli 1929 in Paris. 1930 in Berlin für Ullstein naturwissenschaftlicher, 1931 zusätzlich außenpolitischer Redakteur. Eintritt in die KPD; von Ullstein darum gekündigt. 1932/33 ausgedehnte Reise durch die SU. Schreibt sein erstes, von der Komintern gesponsertes (und zensuriertes) Buch, den Reisebericht „Weiße Nächte und rote Tage“ (Charkow 1934).

Im September 1933 nach Paris. Verfasst, um Geld zu verdienen, 1934-39 unter dem Namen Dr. A. Costler eine dreibändige populärwissenschaftliche Sexualkunde (The Encyclopaedia of Sexual Knowledge). Gleichzeitig Arbeit an „The Gladiators“, Arthur Koestlers erste Romanveröffentlichung (London 1939) und erster Teil einer Trilogie („Darkness at Noon“ – in über 30 Sprachen übersetzt).

1936 als Sonderkorrespondent nach Spanien. Anfang 1937 nach der Eroberung Malagas durch die Truppen Francos in Malaga verhaftet und als Spion zum Tode verurteilt. Nach einer internationalen Kampagne nach vier Monaten freigelassen. 1938 nach Paris, offizieller Austritt aus der KPD. Redakteur der sozialistischen Zeitschrift „Die Zukunft“. 1939 Internierung im Lager Le Vernet. Nach der Entlassung im Jänner 1940, aus Angst vor neuerlicher Verhaftung, Eintritt in die französische Fremdenlegion. Im August 1940 Großbritannien. Kriegsberichterstatter (Manchester Guardian) und 1941/42 Freiwilliger in der britischen Armee. Seit 1940 schreibt Arthur Koestler nur mehr in englischer Sprache.

1950 schildert er seine Abkehr vom Kommunismus in dem Sammelband „The God, that failed“ (Hg. Richard Crossmann, London 1950, Deutsch: „Der Gott, der keiner war“, Konstanz 1959). Neben erfolgreichen politischen Romanen erweitert Arthur Koestler in den 50er Jahren seine autobiographischen Schriften um die Bände „Arrow in the Blue“ (London 1951) und „The Invisible Writing“ (London 1954). Ab 1955 beschäftigt er sich hauptsächlich mit Themen der Anthropologie, Biologie, Psychologie und Physik. Unheilbar krank, entscheidet er sich zusammen mit seiner dritten Frau Cynthia für den Freitod.

Angaben nach: Bolbecher, Siglinde/Kaiser, Konstantin: Lexikon der österreichischen Exilliteratur. Wien 2000, 385 ff. (Ulrike Oedl/ Bearbeitet von Armin Eidherr, Salzburg.

Werkverzeichnis

Forschungsliteratur

  • Atkins, John - Arthur Koestler
  • Cesarani, David - Arthur Koestler
  • Day, Frank - Arthur Koestler
  • Hamilton, Iain - Koestler
  • Koestler, Mamaine - Living with Koestler
  • Schranzhofer, Helmut - Entwicklung und Kritik gesellschaftspolitischer Modelle in der Romantrilogie Arthur Koestlers

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