Exil Lexikon Lachs, Minna

Lachs, Minna

Nach Ausbruch des 1. Weltkrieges im Herbst 1914 mit den Eltern nach Wien geflüchtet. Sie wurde geprägt durch ein aufgeklärtes jüdisches Elternhaus und die jüdisch-sozialistische Jugendbewegung; Mitglied, später Leitung einer Gruppe des Haschomer Hazair, wo sie Manès Sperber kennen lernte. Besuchte ein Mädchenrealgymnasium. Sprachenkenntnisse: neben Deutsch und Polnisch, auch Hebräisch, Englisch und Französisch. 1927-33 Studium der Germanistik, Romanistik, Pädagogik und Psychologie an der Wiener Universität, Dr. phil. Ihre Dissertation schrieb sie über die deutsche Ghettoliteratur, vor allem über Karl Emil Franzos, dessen Nachlass sie auch bearbeitete. Lehramtsprüfung für Mittelschulen und Unterricht an einer privaten Maturaschule. Übersetzungen von Kurzgeschichten aus dem Hebräischen. 1930 Mitglied der SDAP. 1932 Heirat mit Dr. Ernst Lachs. 1933 Lehrerin für Deutsch und Französisch. 1938 Flucht in die Schweiz. Ihre Eltern und Geschwister entkamen nach Palästina. 1941 über Großbritannien nach New York. Arbeitete in verschiedenen Gelegenheitsjobs; Übersetzungen; schrieb für Zeitungen. Lehrerin für Hebräisch und Französisch. 1943 Übersiedlung nach Arlington, Washington D. C.

1947 Rückkehr nach Wien. Arbeitete als Lehrerin am Mädchenrealgymnasium Rahlgasse. 1954-72 Direktorin des Bundesrealgymnasiums Haizingergasse. Ab 1950 Mitarbeiterin in der österreichischen UNESCO-Kommission. Nach 1947 pädagogische und bildungspolitische Arbeiten und Kinderbücher. Veranstalterin und Leiterin von Symposien, u. a. „Das benachteiligte Kind“, „Schule und Behinderte“, „Frauen und Behinderung“. Herausgeberin einer Anthologie österreichischer Frauenlyrik „Und senden ihr Lied. Lyrik österreichischer Dichterinnen vom 12. Jahrhundert bis zur Gegenwart“ (Wien, München: Jugend und Volk 1963.). Mehrfach ausgezeichnet: Goldenes Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik Österreich; Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien; Medaille des japanischen Unterrichtsministeriums für Verdienste um die Erziehung zur internationalen Verständigung.

Angaben nach: Bolbecher, Siglinde/Kaiser, Konstantin: Lexikon der österreichischen Exilliteratur. Wien 2000, 419 f./Bearbeitet von Armin Eidherr, Salzburg.

Werkverzeichnis

Forschungsliteratur

  • Seeber, Ursula (Hg.) - Die Zeit gibt die bilder

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