Exil Lexikon Mitterer, Erika

Mitterer, Erika

(verheiratete: Petrowsky)

Aus evangelischer Familie. Nach Abschluss des Mädchenlyzeums 1923-25 Ausbildung zur Fürsorgerin bei Ilse Arlt; 1926 Säuglingsfürsorgerin in Reutte (Tirol), 1928 im Burgenland. 1924-26 Briefwechsel mit Rainer Maria Rilke („Briefwechsel in Gedichten“, 1950). 1927 Beginn eines Philosophiestudiums (u.a. bei Karl Jaspers, Friedrich Gundolf) in Heidelberg. 1928 zum Studium in Paris. 1930 erster Gedichtband „Dank des Lebens“. 1932 Drama „Charlotte Corday“, Beginn der Niederschrift des Romans „Wir sind allein“ (1934 beendet). 1933-38 Arbeit an dem Roman „Der Fürst der Welt“, in dem sie die „Einschüchterung durch Terror, durch Furcht“ in der Zeit der Inquisition und der Hexenverfolgungen zeigte. Unterstützte nach dem Februar 1934 Theodor Kramer. 1935 wurde der vom Verlag Staackmann (Leipzig) bereits angenommene Roman „Wir sind allein“ (in dem ein sympathischer jüdischer Armenarzt eine wichtige Rolle spielt) nach dem Erlass der Nürnberger Rassegesetzte nicht mehr fertiggedruckt. 1938 Mitglied der Reichsschrifttumskammer. Lebte seit 1940 in Kritzendorf bei Wien. Veröffentlichungen in der Zeitschrift „Das Innere Reich“. Ihr in der NS-Zeit in großer Auflage (35.000 deutsch; 17.500 norwegisch) verkaufter Roman „Der Fürst der Welt“ wurde nach einer die antinazistische Tendenz offen aussprechenden norwegischen Rezension 1944 nicht mehr weiter verbreitet. Erika Mitterer war aber keiner Verfolgung ausgesetzt. – 1948 Preis der Stadt Wien. 1971 Handel-Mazzetti-Preis. 1985 Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst. 1986 Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold. 1996 Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

Angaben nach: Bolbecher, Siglinde/Kaiser, Konstantin: Lexikon der österreichischen Exilliteratur. Wien 2000, 483 ff./Bearbeitet von Armin Eidherr, Salzburg.

Werkverzeichnis

Forschungsliteratur

  • Gottwald, Herwig - Erika Mitterer und der historische Roman

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