(eigentlich: Emil Alphons Rheinhardt von Rheinsberg)
Gymnasium. Beginn eines Medizinstudiums. Mitglied des Vorstands des „Akademischen Verbands für Literatur und Musik in Wien“. In dessen Zeitschrift „Der Ruf“ erste literarische Veröffentlichungen. 1913 Gedichtband „Stunden und Schicksale“. 1915 Einsatz als Sanitäter an der italienischen Front. Ab Juni 1916 in der Kriegspropaganda tätig („Literarische Gruppe“ des Kriegsarchivs). 1918-20 Tätigkeit als Briefzensor. 1917 erscheinen die Erzählungen „Das Abenteuer im Geiste“. 1918 Redakteur der expressionistischen Zeitschrift „Daimon“. Nach dem Krieg Fortsetzung des Medizinstudiums; Gedichtband „Tiefer als Liebe“. 1920 Herausgeber der expressionistischen Anthologie „Die Botschaft“ und Übersiedlung nach München: 1920-24 Lektor des Drei Masken-Verlags. Übersetzer u. a. von Gustave Flaubert, Honoré de Balzac, Rudyard Kipling.
1924-28 meist in Italien, 1926-28 in Rom, um an seiner Eleonora Duse-Biographie zu schreiben, die sein größter schriftstellerischer Erfolg wird. Seit 1928 in Le Lavandou (Südfrankreich). Er erlebt hier eine produktive und glückliche Periode. Bis 1934 ist er auch Herausgeber einer „Bibliothek klassischer Romane der Weltliteratur“ (15 Bände). Im September 1938 Mitbegründer der „Ligue pour l’Autriche vivante“, für die er mit diplomatischem Geschick unter den österreichischen Exilschriftsteller(inn/en wirbt. Bei einer Gedenkkundgebung in Paris am Jahrestag des „Anschlusses“ (11.3. 1939) hält er die Hauptrede zur Frage der österreichischen Nation. Beiträge u. a. in: Das Neue Tagebuch, Pariser Tageblatt, Pariser Tageszeitung, „Österreichische Post“ (Paris), Nouvelles d’Autriche (Paris). 1939 und 1940 interniert, u. a. im Lager Les Milles. 1942 versucht er verzweifelt, ein Visum für die USA zu bekommen – erfolglos, da er als Kommunist gilt. Im März 1943 schließt er sich in Nizza einer Résistance-Gruppe an, die im italienisch besetzten Teil Frankreichs (zu dem auch Le Lavandou gehört) italienische Soldaten zur Desertion zu veranlassen sucht. Am 28.4. 1943 wird er verhaftet. Gestapo-Haft in Menton, Nizza, Marseille; verfasst in der Haft ein umfangreiches Tagebuch. Im Juli 1944 ins KZ Dachau deportiert, wo er ab Jänner 1945 im Typhus-Quarantäneblock arbeitet. Er stirbt im KZ an Fleckfieber.
Angaben nach: Bolbecher, Siglinde/Kaiser, Konstantin: Lexikon der österreichischen Exilliteratr. Wien 2000, 536 f./Bearbeitet von Armin Eidherr, Salzburg.