Sch. überlebte die NS-Zeit in einem Versteck in Wien, nachdem seine kommunistischen Eltern nach Auschwitz deportiert worden waren. Er ist Mitbegründer der Gruppe „Hundsblume“. Seit 1985 lebt er als freier Schriftsteller in Wien. Sch. ist Lyriker, Romancier und Essayist.
Sch. wurde als Lyriker erst in den 1980er Jahren einem breiteren Lesepublikum bekannt, als seine Gedichtbände „Ohneland“ (1986), „Geier sind pünktliche Tiere“ (1987), „Im Herzen der Krätze“ (1988) und „Ein Feuerchen im Hintennach“ (1992) erschienen. 1992 folgte der Roman „Gebürtig“ und 1997 der Erzählband „Die Nacht der Harlekine“. Die Arbeiten Sch.s werden vom Suhrkamp-Verlag betreut.
In seinem Roman „Gebürtig“ setzt sich Schindel mit dem Schicksal der nach dem Holocaust geborenen Generation, den sogenannten „Nachgeborenen“, auseinander. Scham und Verdrängung trennen die Menschen auch Jahrzehnte nach dem Ende der NS-Herrschaft und beeinflussen ihr Schicksal bis hinein in die allerpersönlichsten Beziehungen. Das Grauen „vererbt“ sich und hat Folgen für das Leben derer, die damals noch gar nicht geboren waren.
Sch. erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen: Stipendium des deutschen Literaturfonds 1989, Förderpreis zum Hans-Erich-Nossack-Preis 1989, Elias-Canetti-Stipendium 1991 und 1992, Förderpreis zum Österreichischen Literaturpreis 1992, Dr.-Emil-Domberger-Literaturpreis 1992, Marburger Literaturpreis (Förderpreis) 1992, Erich-Fried-Preis 1993, Stadtschreiber von Klagenfurt 1995/96, Robert Musil Stipendium 1996-1999.
Bearbeitet von Kuehs Wilhelm, Klagenfurt.