Exil Lexikon Serner, Walter

Serner, Walter

(eigentlich: W. Seligman)

Aus einer bürgerlichen jüdischen Familie in Karlsbad. Studium der Rechtswissenschaften in Wien und Greifswald. Dr. jur. Nach Übertritt zum Katholizismus nimmt er den Namen Serner an. Im 1. Weltkrieg Flucht vor Militärdienst in die Schweiz. Dort Mitbegründer der DADA-Bewegung. Herausgeber der Zeitschrift „Sirius“ (1915/16) und einer Ausgabe der Zeitschrift „Der Mistral“. Sein 1918 verfasstes Manifest „Letzte Lockerung“ verschaffte ihm größere Publizität. 1921 erschien die Sammlung von Reiseskizzen „Zum Blauen Affen“. Walter Serner schrieb eine Reihe von Kriminalgrotesken über die Halb- und Unterwelt, die er in ihrer Brutalität und Frivolität als Abbild der Zeit des banalen Bluffs skizzierte. 1927/28 erschien im Steegemann-Verlag eine siebenbändige Gesamtausgabe.

Ab 1933 als Sprachlehrer in Prag. 1938 Heirat mit der Berlinerin Dorothea Herz. 1939 scheiterte die Flucht nach Shanghai aus finanziellen Gründen. Serner und seine Frau wurden am 10.8. 1942 von dem ehemaligen Prager Judenviertel Kolkovna, ihrer letzten Adresse, nach Theresienstadt deportiert und am 20.8. mit unbekanntem Ziel weiter nach Osten verschleppt. Sein Nachlass ist verschollen.

Angaben nach: Bolbecher, Siglinde/Kaiser, Konstantin: Lexikon der österreichischen Exilliteratur. Wien 2000, 586 f./Bearbeitet von Armin Eidherr, Salzburg.

Werkverzeichnis

Forschungsliteratur

  • Pichler, Manfred - Maupassant der Kriminalistik
  • Wallas, Armin A. - Texte des Expressionismus

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