(eigentlich: Juri Soyfer; Pseudonyme: Jura, Georg Anders, Walter West) Kind russisch-jüdischer Eltern. 1920 Flucht mit der Familie nach Wien. – Mittelschule in Wien. Erste Gedichte in französischer Sprache. Studium Universität Wien; ab 1931 Deutsch und Geschichte. Beiträge in sozialistischen Schüler- und Jugendzeitschriften. Textautor für das „Politische Kabarett“ der Sozialistischen Veranstaltungsgruppe der Sozialdemokratischen Arbeiter-Partei. Mitarbeit bei der „Arbeiter-Zeitung“ (Rubrik „Zwischenrufe links“), „Kuckuck“ und anderen sozialdemokratischen Zeitschriften. Im Sommer 1932 Reportage-Reise durch Deutschland. Nach dem Februar 1934 Mitarbeit bei der KPÖ; „Rote Hilfe“- Aktivitäten. Autor für die Kleinkunstbühnen „ABC im Regenbogen“, „Literatur am Naschmarkt“. Arbeit an einem Roman über den Niedergang der Sozialdemokratischen Arbeiter-Partei „So starb eine Partei“. Mitarbeit „Wiener Tag“ (Reportage, Theaterkritik, Prosa). Am 13. März 1938 wurde Jura Soyfer beim Versuch, die Schweizer Grenze zu überschreiten, festgenommen. Überstellung ins Polizeigefängnis Innsbruck, dann KZ Dachau, KZ Buchenwald, wo er an einer Typhusinfektion starb. Sein im KZ Dachau entstandenes „Dachaulied“ wurde von entlassenen Mithäftlingen, die das Deutsche Reich verlassen konnten, überliefert und u.a. von Herbert Zipper und Marcel Rubin vertont. – 1985-95 existierte in Wien ein Jura Soyfer Theater. 1989 wurde in Wien eine Jura-Soyfer-Gesellschaft gegründet, die die Zeitschrift „Jura Soyfer“ herausgibt.
Bearbeitet von Armin Eidherr, Salzburg