Wuchs zweisprachig, ungarisch und deutsch, in Budapest auf. 1932 Matura in Budapest; Ausbildung in der Hotelbranche in Berlin und Dresden.
1935 Emigration nach London. Als Übersetzer, Journalist und Reiseleiter tätig. Ab 1939 Auslandskorrespondent in Sofia (Bulgarien) und nach dem April 1941 (Überfall Hitlerdeutschlands auf Jugoslawien) in Istanbul (Türkei) für ungarische und schwedische Zeitungen. 1941 erhielt George Tabori die britische Staatsbürgerschaft, arbeitete für die BBC als Kriegsberichterstatter. Ende 1943 Rückkehr nach London.
Bis 1947 Tätigkeit bei der ungarischen Abteilung der BBC. Von Talentsuchern für Hollywood als Drehbuchautor angeworben, Übersiedlung dorthin.
1950 Übersiedlung nach New York. In den 50er Jahren pendelte George Tabori zwischen den USA, Großbritannien und Frankreich, arbeitete u. a. als Drehbuchautor. 1952 Uraufführung seines ersten Stückes „Flight into Egypt“ in New York. 1968 Uraufführung von „The Cannibals“, einer Auseinandersetzung mit der Ermordung seines Vaters, in New York. 1968 kam George Tabori erstmals wieder nach Deutschland, wo er am „Brecht Dialog“ in Berlin/DDR teilnahm. Nach der erfolgreichen Inszenierung von „Pinkville“ in Berlin 1971 übersiedelte George Tabori nach Deutschland. Ab 1972 Inszenierungen in Tübingen, Bremen, Bonn. 1976 entstand aus der Arbeit mit jungen Schauspielern das „Bremer Theaterlabor“, unter Zuhilfenahme von Körpertraining und Gestalttherapie versuchte George Tabori experimentelle Wege in der Arbeit mit Schauspielern. 1978-1981 Arbeit an den Münchner Kammerspielen. 1980 entstand sein erster Film „Frohes Fest“. Gastregisseur in Bochum, Köln, Rotterdam, Berlin.
Ab 1986 Theaterarbeit in Wien, „Der Bajazzo“, Kammeroper, 1987 „Mein Kampf“ am Akademietheater. 1987-1990 Leitung des Schauspielhauses in der Wiener Porzellangasse (umbenannt in „Der Kreis“). Regisseur am Burgtheater, inszeniert vorwiegend eigene Stücke, die um die Themen Exil, Holocaust kreisen und zum Teil auf Arbeiten des Exils zurückgehen („Weismann und Rotgesicht“, 1990; „Der Babylon-Blues oder Wie man glücklich wird, ohne sich zu verausgaben“, 1991; „Die Goldberg-Variationen“, 1991; „Requiem für einen Spion“, 1993; „Die 25. Stunde“, (1994), „Die Ballade vom Wiener Schnitzel“, 1996; „Die letzte Nacht im September (1997); „Purgatorium“, 1999).
Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. 1990 Peter-Weiss-Preis und 1992 Georg-Büchner-Preis.
Angaben nach: Bolbecher, Siglinde/Kaiser, Konstantin: Lexikon der österreichischen Exilliteratur. Wien 2000, 623 ff. (Ulrike Oedl)/Bearbeitet von Armin Eidherr, Salzburg.