(geb. Salomea Sara Steuermann)
Wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf einem nahe der ukrainisch-polnisch-jüdischen Stadt Sombor gelegenen Gut auf. Nach Schauspielunterricht bei dem Regisseur Roempler in Wien 1908 erstes Engagement am Stadttheater Teplitz-Schönau, dann Züricher Schauspielhaus und bei den Reinhardt-Bühnen in Berlin. Ab 1912 an der Neuen Wiener Bühne. Im 1. Weltkrieg freiwillige Krankenschwester in Sambor. Nach dem Fall von Przemysl flüchtete die ganze Familie Steuermann nach Wien.
1916 Bekanntschaft mit Berthold Viertel. 1918 Heirat. Spielte in großen Rollen („Medea“, „Judith“) in Leipzig, Hamburg und Berlin. Gemeinsam mit Berthold Viertel an das Düsseldorfer Schauspielhaus. 1928 Übersiedlung nach Hollywood. Filmrollen etwa in „Seven Faces“ und „Sacred Flame“ (Regie: Berthold Viertel). Ermuntert durch die Freundschaft mit Greta Garbo, begann sie eine zweite Berufskarriere als Filmbuchautorin. 1933 „Queen Christina“ (zs. mit Marget le Vino, Bearbeitung Bess Meredyth); 1934 „The Painted Veil“ (zs. mit John Meehan und Edith Fitzgerald, nach dem Roman von Somerset Maugham); 1935 „Anna Karenina“ (zs. mit Clemence Dane, nach dem Roman von Leo N. Tolstoi); 1937 „Conquest“ („Maria Walewska“, zs. mit Samuel Hoffenstein und Sam N. Behrmann, nach dem Roman „Pani Walewska“ von Waclaw Gasiorowski und der dramatisierten Fassung von Helen Jerome). 1941 „Two-Faced Woman“ (zs. mit S.N. Behrmann und Georg Oppenheimer, nach einem Stück von Ludwig Fulda). Freundschaft mit Sergej Eisenstein, Friedrich Wilhelm Murnau, Else Heims, Arnold Schönberg u. a.
1932 Kauf des Hauses Santa Monica, das in den nächsten Jahren zu einem Treffpunkt exiliierter europäischer Intellektueller und Künstler und US-amerikanischer Schriftsteller und Filmschaffender wurde.
1935 Reise nach Europa, Zusammentreffen mit Berthold Viertel in London und mit ihrer Familie in Porto Ronco (Schweiz). Mitbegründerin der „Anti-Nazi-Liga“. 1939 Rückkehr in die USA. Im Rahmen der „League of American Writers“ und des „European Film Fund“ bemühte sich Salka Viertel um Affidavits und Hilfe für verfolgte Freunde und Intellektuelle. Freundschaft mit Bruno Frank, Aldous Huxley, Bertolt Brecht, Ruth Berlau, Hanns und Lou Eisler, Christopher Isherwood. 1941 fand in ihrem Haus die legendäre Feier zum 70. Geburtstag von Heinrich Mann statt. 1943 von Metro-Goldwyn-Mayer gekündigt, nachdem Greta Garbo keinen Film mehr machen wollte. 1947 im Auftrag von Warner Brothers Verfasserin des Filmbuches „The Deep Valley“ (zs. mit Stephan Morehouse Avery, nach einem Roman von Dan Totheroh). In diesem Jahr begann die berüchtigte, von dem Senator McCarthy betriebene Hetzjagd gegen die Unterwanderung Hollywoods durch Kommunisten und die Vorladungen vor „den Kongressausschuss für Un-American Activities“ (so von Bert Brecht am 30.10. 1947).
Salka Viertel wurde der kommunistischen Betätigung verdächtigt, erhielt keine Aufträge mehr, dafür eine große Steuernachzahlung. Gab Schauspielunterricht und vermietete ihr Haus. 1948 formelle Scheidung von Berthold Viertel; zu seinem Begräbnis erhielt sie 1953 wegen ihrer Akte von den US-Behörden keine Ausreisepapiere. Im gleichen Jahr Verkauf ihres Hauses und Übersiedlung nach Klosters zu ihrem Sohn Peter, wo sich auch ihre Freundin Greta Garbo niederließ. Beginn der Arbeit an ihrer Autobiographie.
Angaben nach: Bolbecher, Siglinde/Kaiser, Konstantin: Lexikon der österreichischen Exilliteratur. Wien 2000, 660 ff./Bearbeitet von Armin Eidherr, Salzburg.