Wuchs in Wilna und Lemberg auf und kam 1912 nach Wien, wo er auf Hebräisch zu schreiben begann und 1923 einen hebräischen Gedichtband publizierte. In Wien lebte er anfangs isoliert und verarmt; später wurde er mit anderen hebräisch und jiddisch schreibenden Schriftstellern bekannt. 1925 erschienen Gedichte David Vogels in deutscher Übersetzung in der „Jüdischen Rundschau“ (Berlin) zusammen mit einem Aufsatz des Übersetzers über ihn. 1925 emigrierte er nach Paris, 1929 nach Tel Aviv, wo er eine Stelle am Herzliah-Gymnasium ablehnte. In Palästina erschien 1930 sein zweiter Gedichtband.
Ab 1930 lebte er wieder in Europa, in Warschau, Wien, Berlin und ab 1931 wieder in Paris. Seine Gedichte erschienen nun wiederholt in hebräischen Literaturzeitschriften.
1939 wurde er in Frankreich interniert, tauchte nach der Internierung unter. 1944 an die Gestapo verraten, wurde er deportiert und in einem KZ, wahrscheinlich in Auschwitz, ermordet. Seine Manuskripte, die er im Garten eines Freundes vergraben hatte, wurden nach dem Krieg wieder aufgefunden. Sein in jiddischer Sprache verfasstes Tagebuch wurde 1990 von dem Tel Aviver Literaturwissenschaftler Menachem Peri ins Hebräische übersetzt.
David Vogels Roman „Eine Ehe in Wien“ erschien zuerst 1930 in hebräischer Sprache in Palästina, wurde bald darauf ins Englische, in den 70er und 80er Jahren auch ins Italienische, Französische und Niederländische und 1992 endlich auch ins Deutsche übersetzt. Die beiden Novellen „Im Sanatorium“ und „An der See“ erschienen zuerst 1927 und 1934 auf Hebräisch in Tel Aviv. Die Gedichte David Vogels, der heute zu den bedeutendsten Lyrikern der hebräischen Moderne gezählt wird, wurden 1966 von dem israelischen Lyriker Dan Pagis neu herausgegeben.
Angaben nach: Bolbecher, Siglinde/Kaiser, Konstantin: Lexikon der österreichischen Exilliteratur. Wien 2000, 662. (Evelyn Adunka)/Bearbeitet von Armin Eidherr, Salzburg.