Wuchs im Wiener Arbeiterbezirk Ottakring auf. Gymnasium in Wien-Hernals. 1915-17 Teilnehmer am 1. Weltkrieg (freiwillige Meldung mit der ganzen Schulklasse, obwohl er Kriegsgegner war). Am 17.8. 1917 durch einen Granatsplitter schwer am Kopf verwundet. Vorübergehender Verlust des Sprechvermögens. Ab Oktober 1917 Studium Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Wien. 1921 Dr. phil. 1922-38 Angestellter beim „Allgemeinen Tarifanzeiger“. 1924 erste Gedichtveröffentlichung in der Zeitschrift „Die Waage“. Freundschaft mit und Kontakte u. a. zu Josef Weinheber (von diesem noch 1933 als große „Formbegabung“ gerühmt) und Hermann Broch. Seit 1929 zahlreiche Gedichte in der „Arbeiter-Zeitung“, aber auch in der „Deutschen Zeitung Bohemia“ (Prag) und „Prager Tagblatt“; Beginn der Arbeit an „Prärie und Wolkenkratzer“, Nachdichtungen US-amerikanischer Lyrik. 1935 zs. mit Gerhart Herrmann Mostar und Theodor Kramer Herausgeber der Zeitschrift (oder Broschürenreihe) „Das kleine Lesebuch“, in der auch in Österreich lebende deutsche Hitler-Flüchtlinge eine Publikationsmöglichkeit fanden.
Den März 1938 erlebte Ernst Waldinger wegen eines Tumor-Operation im Spital. Ende August 1938 Flucht nach Paris und London. Ankunft New York September 1938.
1939 Mitglied des Austrian PEN. Viele Beiträge im „Aufbau“ (New York); Mitarbeit bei der Austro American Tribune. 1944 Mitbegründer des „Aurora-Verlages“.
1947-64 Professor für deutsche Sprache und Literatur am Skidmore College, Saratoga Springs. Nach 1945 Mitarbeit bei der Zeitschrift „Books Abroad“. 1950 Herausgeber der gesammelten Gedichte Isaac Schreyers. Nach der Pensionierung 1965 Übersiedlung nach New York. 1969 erlitt Ernst Waldinger auf einer dritten Österreich-Reise in Schruns einen Schlaganfall; wurde nach New York zurückgebracht, wo er, gelähmt, bis zu seinem Tod in Spitalspflege war.
Angaben nach: Bolbecher, Siglinde/Kaiser, Konstantin: Lexikon der österreichischen Exilliteratur. Wien 2000, 665 ff./Bearbeitet von Armin Eidherr, Salzburg.