Volkschule in Wien und Lemberg, maturierte 1928 und studierte wegen des Numerus Clausus für Jüdinnen und Juden in Polen in Prag Architektur. Danach arbeitete er als Architekt und Bauingenieur in Polen. Von 1941-45 Gefangener im Ghetto Lemberg und in den KZs Plaszow, Groß-Rosen, Buchenwald. Am 5.5. 1945 im KZ Mauthausen befreit. In Linz arbeitete er zwei Jahre im US War Crimes Office. Danach gründete er mit freiwilligen Helfern ein Jüdisches Dokumentationszentrum zur Erforschung der Naziverbrechen in Linz, das bis 1954 bestand. Bis 1961 arbeitete er für Flüchtlingshilfeorganisation der UNO und die jüdische Hilfsorganisation Organization for Rehabilitation through Training (ORT), die Berufskurse für Displaced Persons organisierte. 1960 trugen seine Recherchen wesentlich zur Ergreifung von Adolf Eichmann in Argentinien bei. Ab 1961 baute Simon Wiesenthal das Jüdische Dokumentationszentrum in Wien auf.
In den 70er Jahren wurde er aufgrund seiner Recherchen über den früheren SS-Mann und damaligen Obmann der „Freiheitlichen Partei Österreichs“ Friedrich Peter von Bundeskanzler Bruno Kreisky massiv angegriffen und mit der Schließung des Dokumentationszentrums bedroht. Simon Wiesenthal hat zahlreiche ausländische Ehrungen erhalten und wurde in Österreich von der Hochschule für angewandte Kunst (Wien), den Universitäten Wien und Graz, der Stadt Wien und der Republik Österreich geehrt.
Angaben nach: Bolbecher, Siglinde/Kaiser, Konstantin: Lexikon der österreichischen Exilliteratur. Wien 2000, 698 f. (Evelyn Adunka)/ Bearbeitet von Armin Eidherr, Salzburg