Ein Klassiker der Moderne
In Thomas Bernhards (1931-1989) Roman „Auslöschung“ (1986) trägt der im römischen Exil (!) lebende Privatgelehrte Franz-Josef Murau seinem Schüler Gambetti auf, fünf Bücher der deutschen bzw. österreichischen Literatur „auf das aufmerksamste […] zu studieren“. (Thomas Bernhard, 7f.) In der Lektüreliste findet sich neben Robert Musils (1880-1942) Erzählung „Die Portugiesin“ (1923) auch der Text „Esch oder Die Anarchie“ (1931) aus der Roman-Trilogie „Die Schlafwandler“ (1932) des österreichischen Dichterphilosophen Hermann Broch (1886-1951).
Auch wenn es sich hier bei Bernhard möglicherweise um eine seiner spezifischen poetischen Methoden, nämliche der des „name-droppings“ gehandelt haben mag, ist Hermann Brochs Erwähnung bemerkenswert, da der Dichter, auch ein halbes Jahrhundert nach seinem Tode, auch in seiner Heimat Österreich noch immer nicht zu den bekannteren Dichtern zählt und noch immer im Schatten seines Zeitgenossen Robert Musils (vgl. unser Porträt zu Robert Musil) steht, mit dem ihn ein komplexes, nicht unproblematisches Verhältnis verbindet.
Als im Erscheinungsjahr von Bernhards Roman „Auslöschung“, 1986, aus Anlass des 100. Geburtstages Hermann Brochs des Dichters gedacht wurde, hieß es im Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“ lapidar, dass Hermann Broch wohl der „klassischste aller Klassiker der Moderne“ sei – „vielzitiert, kaum gelesen. Von den großen Gestalten der Literaturgeschichte, wie Kafka und Proust, wie Joyce und Musil und […] Thomas Mann, ist er, bis heute, der unbekannteste geblieben.“ (nach Manfred Durzak 2001, 7).
Manfred Durzak sieht in diesen Bemerkungen keine kulturjournalistische Stereotypen, sondern vielmehr eine „Leitmelodie, die die Wirkungsgeschichte dieses Autors im Hintergrund immerzu begleitet hat.“ (Durzak 2001, 7) 1951 etwa, ein Jahr vor Brochs Tod, wurde dieser von Kollegen für den Nobelpreis vorgeschlagen. Als das Komitee in Stockholm auch von der Akademie der Wissenschaften in Wien Information und Bewertung erbat, soll – „nach einer glaubhaften Legende“ – die Antwort gelautet haben, „daß ein Dichter mit dem Namen Hermann Broch in Wien unbekannt sei.“ (Paul Michael Lützeler 1986, 7)
Als dreißig Jahre später, 1981, Elias Canetti (1905-1994), ein ebenfalls lange wenig beachteter österreichischer Exilant, den Nobelpreis für Literatur zugesprochen erhielt, führte dieser in seiner Dankesrede aus, dass er den Preis sozusagen stellvertretend für die (allesamt aus dem österreichischen Kulturkreis stammenden) Dichter Karl Kraus, Franz Kafka, Robert Musil und Hermann Broch entgegennehme, die ihn, jeder auf seine Weise, beeinflusst hätten. Der Broch-Biograph, Broch-Forscher und Herausgeber der „Kommentierten Werkausgabe“ Paul Michael Lützeler meint, dass dies mehr als eine „noble Geste“ sei, denn es handle sich um die Referenz vor Autoren, die zu ihren Lebzeiten nicht jene Anerkennung (dies gilt zumindest für Kafka, Musil und Broch, M. K.) gefunden hätten, die sie verdienten. (Paul Michael Lützeler 1986, 7) Gleichzeitig differenziert Canetti seine Verbeugung bedeutsam, wenn er festhält, dass er Musil und Broch „in seiner Wiener Zeit“ gekannt habe und dass Musils Werk ihn „bis zum heutigen Tag“ fasziniere. „Mit Hermann Broch“, so Canetti, sei er „befreundet gewesen“. „Ich glaube nicht, daß sein Werk mich beinflußt hat […].“ (Manfred Durzak 2001, 11)
Es scheint tatsächlich so zu sein, dass, wie im Falle Canetti, „die produktiven Anknüpfungen an das literarische Werk Brochs fehlen“ (Manfred Durzak 2001, 12), allerdings wäre gleich relativierend anzumerken, dass etwa Albert Einstein und C. G. Jung von ihrer existentiellen Betroffenheit durch den „Tod des Vergil“ gesprochen haben, dass Maurice Blanchot diesen Roman für die französische Avantgarde entdeckte und in seinem einflussreichen Buch „Der Gesang der Sirenen“ (1959) ein Kapitel zu Broch verfasst (Maurice Blanchot 1988, 152-173) und er auch sein Interesse für Broch dem jungen Michel Foucault weitervermittelte. Gordon A. Craig wies auf die Bedeutung des Romans „Die Schlafwandler“ zum Verständnis der modernen europäischen Geschichte hin, Autoren wie Milan Kundera, Carlos Fuentes, Paul Nizon, Wolfgang Koeppen betonten, durch Brochs Romane „entscheidende Impulse für ihr eigenes dichterisches Schaffen“ erhalten zu haben. (Paul Michael Lützeler 1986, 17)
Gerade diese merkwürdigen Inhomogenitäten in Betrachtungsweise, Rezeption, Bewertung und Wirkung sowie die verspäte, bis heute in unterschiedlichen Wellen erfolgte Auseinandersetzung und Kenntnisnahme (bzw. Nicht-Kenntnisnahme) von Hermann Broch und seinem Werk verweisen auf Merkmale, die das Schicksal der Werke der meisten Emigrantinnen und Emigranten bzw. der Exilliteratur überhaupt kennzeichnen.
"Prägungen"
Diese „Prägungen“ lassen sich in allen wichtigen Arbeiten des Exils nachvollziehen, beispielsweise im Roman „Der Tod des Vergil“ (1945), in der philosophisch-psychologischen Studie „Massenwahntheorie“, in „Die Schuldlosen“ (1950), ein, so der Untertitel, „Roman in elf Erzählungen“ sowie im Berg-Roman („Die Verzauberung“). Zu letzterem formuliert George Steiner:
„Brochs Verzauberung gehört zu den bedeutendsten Romanen des zwanzigsten Jahrhunderts und stellt vielleicht eine noch größere Leistung dar als Thomas Manns Doktor Faustus. In beiden Werken geht es darum, auf dichterische Weise die psychologischen Wurzeln des Hitlerismus bloßzulegen.“
nach Paul Michael Lützeler 1986, 17
Sieht man von Steiners problematischem Werturteil ab, so verweist seine Bemerkung auf einen essentiellen Aspekt in Brochs Werk, nämlich auf die Absicht des Autors, neben anderen auch die mentalen Ursachen der NS-Herrschaft und deren tödlichen Wahn in den unterschiedlichen Dimensionen nachzuspüren. Dass Broch in seinen Überlegungen dem Kleinbürgertum als Wegbereiter und hoch verantwortlichem Träger der deutschen Katastrophe einen entscheidenden Anteil zugemessen hat, lässt sich poetisch zugespitzt an der Figur des Studienrates Zacharias zeigen, die Ihnen in den „Schuldlosen“ begegnet und mit der Sie sich nun in diesem Praxis-Modul näher auseinandersetzen können.
Grundlageninformationen
Zunächst können Sie sich hier zu biographischen Kontexten, der verschlungenen Entstehungsgeschichte und dem Inhalt des Romans „Die Schuldlosen“ (1950), aus dem die Figur des Zacharias stammt, informieren. Bitte lesen Sie dazu zunächst (noch einmal) in der Zeittafel zu Hermann Broch die Jahre 1948 bis 1951 nach.
Aufgabe:
Ziehen Sie nun auch Informationen aus biographischen Links zu Hermann Broch bei.
Aufgabe:
Studieren Sie nun, bitte, die genaue „Entstehungschronologie“ des Romans nach Paul Michael Lützeler:
Paul Michael Lützelers Zusammenstellung gibt sowohl Aufschlüsse über die komplizierte Entstehungsgeschichte des Romans als auch zur Arbeitsweise Brochs.
Aufgabe:
Öffnen Sie nun unser ARBEITSBLATT, um einige Fragen (Fragen 1.1. und 1.1.) zu beantworten. Im Arbeitsblatt finden Sie weitere Anleitungen. Wenn Sie Ihre Fragen beantwortet und Ihre Eintragungen gemacht haben, dann speichern Sie Ihr Arbeitsblatt auf Ihrem PC oder auf Diskette, um es für weitere Fragen im Zuge dieses Praxisfeldes neuerlich aufrufen und bearbeiten zu können.
Aufgabe:
Bitte informieren Sie sich nun anhand des Manuskripts „Die Handlung“, das Broch im Oktober 1950 verfasste und dem Verleger Weismann als Werbetext zugeschickte, über Inhalt und Thematik des Romans:
Aufgabe:
Wechseln Sie erneut in das ARBEITSBLATT, um dazu eine Frage (Frage 1.3.) zu beantworten. Rufen Sie, bitte, dazu wieder Ihr schon gespeichertes Arbeitsblatt von dem von Ihnen gewählten Speicherplatz auf. Vergessen Sie nicht, Ihre Arbeitsergebnisse im Anschluss wieder unter demselben Filenamen auf Ihrem PC oder Ihrer Diskette zu speichern.
Im Folgenden finden Sie zur abschließenden Information den Aufbau des Romans, wie er seit 1950 vorliegt:
Die Schuldlosen
Parabel von der Stimme
„Die Vor-Geschichten“
Stimmen 1913
I. Mit schwacher Brise segeln II. Methodisch konstruiert
„Die Geschichten“
Stimmen 1923
III. Verlorener Sohn IV. Ballade vom Imker V. Die Erzählung der Magd Zerline VI. Eine leichte Enttäuschung VII. Die vier Reden des Studienrats Zacharias VIII. Ballade von der Kupplerin XI. Erkaufte Mutter
„Die Nach-Geschichten“
Stimmen 1933
X. Steinerner Gast XI. Vorüberziehende Wolke
Die Figur des Zacharias in "Methodisch konstruiert"
Nachdem Sie sich zur Entstehungsgeschichte und zum Inhalt des Romans informiert haben, sollen Sie sich nun der Figur des Zacharias und dem Problem des Kleinbürgertums genauer zuwenden.
„Schon lange vor dem Krieg“, hält Christoph Leitgeb fest, „entwirft er [= Broch, M. K.] in seinen Schriften den nationalsozialistischen Kleinbürger als den gespenstischen Typ Mensch, der in letzter Konsequenz den Zerfall der Werte verkörpert“. (Leitgeb, Der Standard, 26. Mai 2001)
Aufgabe:
Lesen Sie, bitte, den folgenden Ausschnitt aus Hermann Brochs Text Methodisch konstruiert aufmerksam durch:
„[…] sei der Held im Mittelstand einer mittelgroßen Provinzstadt, also etwa einer der ehemaligen deutschen Kleinresidenzen – Zeit 1913 – lokalisiert, sagen wir in der Person eines Gymnasialsupplenten. Es kann ferner vorausgesetzt werden, daß derselbe, unterrichte er Mathematik und Physik kraft einer kleinen Begabung für exakte Betätigung an diesen Beruf geraten war, und daß er sohin mit schöner Hingabe, roten Ohren und einem netten Glücksgefühl im klopfenden Herzen seinem Studium abgelegen haben dürfte, freilich ohne die höheren Aufgaben und Prinzipien der gewählten Wissenschaft zu bedenken oder anzustreben, vielmehr überzeugt, mit der Ablegung der Lehramtsprüfung nicht nur eine bürgerliche, sondern auch eine geistige Höchstgrenze in seinem Fach erreicht zu haben. Denn ein aus Mittelmäßigkeiten konstruierter Charakter macht sich über die Fiktivität der Erkenntnisse wenig Gedanken, ja sie erscheinen ihm bloß schrullenhaft, er kennt bloß Operationsprobleme, Probleme der Einteilung und der Kombination, niemals solche der Existenz, und gleichgültig, ob es sich hierbei um Formen des Lebens oder um Formeln der Algebra handelt, ist er immer nur darauf erpicht, daß es sich ‚genau ausgehe‘; die Mathematik besteht ihm aus ‚Aufgaben‘, die er oder seine Schüler zu lösen haben, und ebensolche Aufgaben sind ihm die Fragen des Stundenplans oder die seiner Geldsorgen: sogar die sogenannte Lebensfreude ist ihm Aufgabe und eine teils vom Herkommen teils von den Kollegen vorgezeichnete Gegebenheit. Völlig determiniert von den Dingen einer ebenen Außenwelt, in den kleinbürgerlicher Hausrat und Maxwellsche Theorie einträchtig und paritätisch durcheinanderstehen, arbeitet ein solches Mensch im Laboratorium, arbeitet in der Schule, gibt Nachhilfestunden, fährt mit der Straßenbahn, trinkt abends manchmal Bier, besucht nachher das öffentliche Haus, hat Wege zum Spezialarzt, sitzt in den Ferien an Mutters Tisch; schwarzgeränderte Nägel zieren seine Hände, rötlichblonde Haare seinen Kopf, von Ekel weiß er wenig, doch Linoleum dünkt ihm ein günstiger Bodenbelag.“
Hermann Broch: Die Schuldlosen. Kommentierte Werkausgabe Band I/5, 33 f.
Aufgabe:
Bevor Sie erneut in das ARBEITSBLATT wechseln, um dort einige Fragen in Essayform zu beantworten, kreuzen Sie vorher noch zu Ihrer Vergewisserung an, welchen Beruf Zacharias ausübt bzw. ausüben wird?
Universitätslehrer
Gymnasiallehrer
Theoretischer Physiker
Mathematiker
Philosoph
Wechseln Sie nun in unser ARBEITSBLATT zur Beantwortung der Fragen 2.1. und 2.2. Rufen Sie, bitte, dazu wieder Ihr schon gespeichertes Arbeitsblatt von dem von Ihnen gewählten Speicherplatz auf. Vergessen Sie nicht, Ihre Arbeitsergebnisse im Anschluss wieder unter demselben Filenamen auf Ihrem PC oder Ihrer Diskette zu speichern.
Lesen Sie nun im Text weiter:
„Kann ein solches Minimum an Persönlichkeit, kann ein solches Non-Ich zum Gegenstand menschlichen Interesses gemacht werden? Könnte man nicht ebensowohl die Geschichte irgendeines toten Dinges – beispielsweise einer Schaufel – entwickeln? Was kann nach dem großen Ereignis eines solchen Lebens, nämlich der abgelegten Lehramtsprüfung, noch Wesentliches geschehen? Welche Gedanken können im Kopfe des Helden – Namen tun nichts zur Sache, er heiße also Zacharias noch entstehen, jetzt, da nun auch die kleine Denkbegabung zur Mathematik langsam zu erstarren beginnt? Was denkt er jetzt? Was dachte er? Reichte es je über die mathematischen Prüfungsaufgaben hinaus und bis in menschliche Bereiche? Nun wohl: zur Zeit der bestandenen Examina verdichtete sich dieses Denken immerhin zu gewissen Zukunftshoffnungen; da sah er sich zum Beispiel im eigenen Heim, sah, wenn auch ein wenig schwankend, das künftige Speisezimmer, aus dessen abendlichem Dunkel die Konturen eines schön geschnitzten Anrichteschrankes und der grünliche Schimmer des wohlgemusterten Linoleumfußbodens deutlicher sich abhoben, und es ließ sich im futurum exactum dieser Formungen ahnen, daß zu jener Wohnung eine Hausfrau erheiratet worden sein würde, was jedoch alles, wie gesagt, schemenhaft blieb.“
Hermann Broch: Die Schuldlosen. Kommentierte Werkausgabe Band I/5, 34
Aufgabe:
Dieser Text-Ausschnitt zeigt im ersten Abschnitt eine Häufung der Satzform (kreuzen Sie bitte an):
Aussagesatz
Fragesatz
Befehlssatz
Die Wahl diese Satzform steigert einerseits die Spannung auf das Folgende, gleichzeitig thematisiert, problematisiert und hinterfragt Broch damit den Inhalt seines Textes und das Erzählen selber.
Aufgabe:
Lesen Sie bitte nun den bislang ausgesparten Beginn von „Methodisch konstruiert“:
„Jedes Kunstwerk muß exemplifizierenden Gehalt besitzen, muß in seiner Einmaligkeit die Einheit und Universalität des Gesamtgeschehens aufweisen: so gilt es in der Musik, in ihr vor allem, und so müßte, ihr gleichend, auch ein erzählendes Kunstwerk in bewußter Konstruktion und Kontrapunktik aufgebaut werden können. Annehmend, daß Begriffe mittlerer Allgemeinheit eine allseitige Fruchtbarkeit zeitigen, sei der Held im Mittelstand […] (Anschluss im ersten Textausschnitt von Methodisch konstruiert, M. K.)“
Hermann Broch: Die Schuldlosen. Kommentierte Werkausgabe Band I/5, 33
Hier legt Hermann Broch, verstärkt durch den gehäuften Gebrauch des Modalverbs „müssen + Infinitiv“, seine Schreibmethode und seinen dichterischen Anspruch dar.
Aufgabe:
Wechseln Sie nun wieder in das ARBEITSBLATT, um weitere Fragen (Fragen 2.3. und 2.4.) zu beantworten. Rufen Sie, bitte, dazu wieder Ihr schon gespeichertes Arbeitsblatt von dem von Ihnen gewählten Speicherplatz auf. Vergessen Sie nicht, Ihre Arbeitsergebnisse im Anschluss wieder unter demselben Filenamen auf Ihrem PC oder Ihrer Diskette zu speichern.
Zu „Wohnung“ und „Beruf“ gehört für Zacharias offenbar unverzichtbar auch eine „Hausfrau“. Im Text heißt es weiter:
„Das Vorhandensein einer Frau war ihm, im Grunde genommen, eine unvorstellbare Angelegenheit; wenn ihm auch beim Bilde der zukünftigen Hausfrau gewisse erotische Schwaden durchs Gehirn zogen und etwas in ihm meckerte, daß er deren Unterkleidung mit allen Fleckchen und Löchern so genau kennen werde wie seine eigene, wenn ihm also jenes Weib einmal als Mieder, einmal als Strumpfband angedeutet wurde – eine Illustrationsaufgabe für den damals sich entfaltenden Expressionismus -, so war es ihm andererseits undenkbar, daß ein konkretes Mädchen oder Weib, mit dem man normale Dinge in normaler Syntax besprechen könnte, irgend eine sexuelle Sphäre hätte. Frauen, die sich mit derlei beschäftigten, standen völlig abseits, keinesfalls niedriger als jene, aber in einer völlig andern Welt, in einer, die mit der, in der man lebte, sprach und aß, nichts gemein hatte: sie waren einfach anders, sie waren Lebewesen fremdester Konstitution, die für ihn eine stumme oder zumindest unbekannteste und irrationale Sprache redeten. Denn, wenn man zu diesen Frauen gelangte, so vollzog sich das Restliche mit sehr zielbewußter Fixheit und niemals wäre es ihnen beigefallen, sich etwa über Staubtücher – wie seine Mutter – oder über diophantische Gleichungen – wie die Kolleginnen – zu unterhalten. Es erschien ihm daher unerklärlich, daß es je einen Übergang geben könne von diesen rein objektiven Themen zu den subjektiveren der Erotik; es war ihm dies ein Hiatus, dessen Entweder-Oder (ein Urquell allen Sexualmoralismus) überall auftritt, wo erotische Unsicherheit herrscht und demgemäß auch als der Anlaß zur künstlerischen Libertinage der Epoche genommen werden darf, nicht zuletzt als der zu dem spezifischen Hetärismus, in dem ein großer Teil ihrer Literatur exzellierte. In der sonst so ungebrochenen Weltgegebenheit des Zacharias klaffte hier ein Riß, der also unter Umständen den sonstigen Automatismus seines Handelns in eine Art menschliche Entscheidungspflicht verwandeln könnte. Vorderhand geschah natürlich nichts dergleichen. Bald nach dem Examen erhielt Zacharias eine Supplentenstelle zwecks pädagogischer Wirksamkeit zugewiesen, und er begann das nunmehr abgeschlossene, säuberlich abgeschnürte und handliche Paket seines Wissens in kleine Paketchen zu zerlegen, die er an die Schüler weitergab, auf daß er sie von diesen in Gestalt von Prüfungsergebnissen zurückverlagen könne. Wußte der Schüler nichts zu antworten, so bildete sich in Zacharias die, wenn auch nicht klare, Meinung, jener wolle ihm sein Leihgut vorenthalten, schalt ihn als verstockt und fühlte sich benachteiligt. Auf diese Weise wurde ihm jedes Klassenzimmer, in dem er unterrichtete, zum Aufbewahrungsort für ein Stück seines Ichs, gleichwie der Schrank in seiner kleinen Mietskammer, der seine Kleider beherbergte, denn auch diese Kleider hatten als Teile selbigen Ichs zu gelten. Fand er in der Tertia seine Wahrscheinlichkeitsrechnung vor, zu Hause im Waschtisch seine Schuhe, so fühlte er sich unzweideutig der Umwelt gegeben und verknüpft.“
Hermann Broch: Die Schuldlosen. Kommentierte Werkausgabe Band I/5, 34 f.
Zur Vorbereitung auf die Beantwortung der kommenden Fragen lesen Sie noch die folgenden Informationen:
Kleinbürger(tum): bürgerliche Mittelschicht, die seit Mitte des vorigen Jahrhunderts in Deutschland durch Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage ständig vom Absinken ins Proletariat bedroht war, während sie sich in ihrem Verhalten am wohlhabenderen Bürgertum orientierte. Dadurch ergab sich ein Lebensstil, der oft unecht wirkte („aufgesetzt“ war), weil die materiellen Mittel für den Anspruch nicht reichten. Für die Lebens- und Erziehungsorientierung waren Normen wie Ordnung, Pünktlichkeit, Sauberkeit („des Gemüts“!) und Untertanenhaltung gegenüber Höhergestellten maßgeblich. Als große politisch unentschlossene Gruppe war das Kleinbürgertum in Deutschland immer eine problematische Zwischenklasse. Eigentlich sollten die breiten Mittelschichten die Demokratie tragen. Zweifrontenschicht
Aufgabe:
Wechseln Sie nun wieder in das ARBEITSBLATT, um weitere Fragen (Fragen 2.5. und 2.6.) zu beantworten. Rufen Sie, bitte, dazu wieder Ihr schon gespeichertes Arbeitsblatt von dem von Ihnen gewählten Speicherplatz auf. Vergessen Sie nicht, Ihre Arbeitsergebnisse im Anschluss wieder unter demselben Filenamen auf Ihrem PC oder Ihrer Diskette zu speichern.
Broch entwirft im weiteren Verlauf von Methodisch konstruiert eine Beziehung zwischen Zacharias und der Tochter seiner Vermieterin, die er wie folgt einführt:
„Da aber solches Leben nun schon einige Jahre währte, war es an der Zeit, daß die bereits angedeutete erotische Erschütterung eintrat. Und es wäre eine gezwungene und unnatürliche Konstruktion, wenn sich dem Zacharias ein anderes als ein ganz naheliegendes Komplement, nämlich seiner Hauswirtin Töchterlein – Philippine sei sie genannt – beigesellt hätte. Es entsprach der Weibauffassung des Zacharias, jahrelang ohne irgend einen Wunschgedanken neben einem Mädchen einherleben zu können-, und wenn dieses Negativum den Wünschen des Mädchens vielleicht auch nicht entsprochen hätte, er wäre sicherlich nicht der Mensch gewesen, bürgerlich-mädchenhaftes Seufzen zu verstehen. Sohin kann ohne weiteres genommen werden, dass Philippinens Phantasie, wie immer sie sich auch mit dem Zacharias befaßt hätte oder nicht, nunmehr auf auswärtige Objekte gerichtet war, und man wird nicht fehlgehen, ihr romantischen Charakter zuzusprechen.“
Hermann Broch: Die Schuldlosen. Kommentierte Werkausgabe Band I/5, 35 f.
Philippine wird im Weiteren als Mädchen vorgestellt, dass von der großen, einzigen und wunderbar romantischen Leibe träumt, von einem Mann, der sie aus ihren kleinen Verhältnissen herausholt. Sie beginnt mit Zacharias eine Beziehung, deren Zustandekommen und deren Grundlagen von Broch folgendermaßen beschrieben wird:
„In solcher Sphäre (ihren romantischen Träumen, M. K.) lebend, hatte sie kaum mehr Augen für den Zacharias, nicht etwa seiner graugestrickten Socken wegen, die sie ausbesserte – auch den Schnellzugsgeliebten (ihr Traumbild des ersehnten Mannes, M. K.) würde sie nicht anders als grausockig präzisiert haben -, wohl aber wegen der IV. Klasse, in der Zacharias seine Sonntagsausflüge mit Rucksack und Gamsbart besorgte; sie bemerkte kaum mehr seine Anwesenheit, und selbst der Hinweis auf seine Pensionsfähigkeit hätte nicht vermocht, ihr Blut rascher fließen zu lassen. Wahrlich, nur raumzeitliche Zufälligkeit ermöglichte es, daß diese beiden Menschen aneinander gerieten; in Dunkelheit und aus wirklichem Zufall begegneten sich ihre Hände, und das Begehren, das da jäh zwischen Männer- und Frauenhand emporflammte, es tat’s zu ihrem eigensten Erstaunen. Philippine sprach die reinste Wahrheit, als sie, an seinem Hals hängend, wiederholte: „Ich wußte ja nicht, daß ich dich so liebhabe“, denn das hatte sie tatsächlich vorher nicht gewußt. Zacharias fühlte sich durch den neuen Sachverhalt einigermaßen beunruhigt. Er hatte nun den Mund stets voller Küsse, und stets sah er die Türwinkel ihrer Umarmungen, die Bodenstiege ihrer raschen Zusammenkünfte vor sich. Schläfrige Pausen erlebte er am Katheder, er kam mit dem Lehrstoff nur ruckweise vorwärts, hörte den Prüflingen nur zerstreut zu und schrieb indessen „Philippine“ oder „Ich habe dich lieb“ aufs Löschblatt, dies jedoch niemals in normaler Buchstabenfolge, sondern er verteilte, damit des Herzens Geheimnis sich nicht verrate, die Buchstaben willkürlich erklügeltem Schlüssel über das ganze Löschblatt wobei die nachträgliche Wiederzusammensetzung der magischen Worte ein zweites Vergnügen an ihnen ergab. Die Philippine, der er dabei über alle Maßen gedachte, war freilich nur die ihrer flüchtigen Geschlechtsbereitschaft: hinter den Türen Geliebte, hingegen in der Öffentlichkeit normale Gesprächspartnerin, mit der man vom Essen und der Häuslichkeit redete, war ihm das Mädchen doppeltes Lebewesen geworden, und während er des einen Namen sehnend aufs Löschpapier malte, war ihm das andere gleichgültig wie ein Möbelstück.“
Hermann Broch: Die Schuldlosen. Kommentierte Werkausgabe Band I/5, 37
In weiterer Folge spitzen sich die Widersprüche zu, denn Philippine meint zu erkennen: „‚Du liebst nur meinen Körper‘: zwar hätte sie nicht zu sagen vermocht, was sonst Liebenswertes an ihr zu finden gewesen wäre, und wahrscheinlich hätte sie sich sogar wohl jede andere Art von Liebe verwundert verbeten, aber das war weder ihr noch ihm bekannt, und sie empfanden die aufgeworfene Tatsache als Kränkung.“ (Hermann Broch: Die Schuldlosen. Kommentierte Werkausgabe Band I/5, 38)
Aufgabe:
Wechseln Sie nun wieder in das ARBEITSBLATT, um eine weitere Frage (Frage 2.7.) zu beantworten. Rufen Sie, bitte, dazu wieder Ihr schon gespeichertes Arbeitsblatt von dem von Ihnen gewählten Speicherplatz auf. Vergessen Sie nicht, Ihre Arbeitsergebnisse im Anschluss wieder unter demselben Filenamen auf Ihrem PC oder Ihrer Diskette zu speichern.
Als die Widersprüche zwischen sexuellem Begehren und Geschlechts-Lust, kleinbürgerlicher Lebens- und Berufswirklichkeit, verquaster romantischer Sehnsüchte und Vorstellungen von der einmaligen, großen und unendlichen Liebe sich zuspitzen und auch in Aggression und Gewalt umschlagen, beschließen die beiden gemeinsam in den Tod zu gehen.
Gemäß seines Anspruches der „Konstruktion“ gibt Broch zunächst die Möglichkeit, dass Zacharias und Philippine im Augenblick des gemeinsames Todes in einer mystischen Vision die Erfahrung von Ich-Entgrenzung, Auflösung und Erlösung im Aufgehen und Wiederfinden in einer kosmischen Unendlichkeit und Einheit erleben. „Ja, so war dieses Geheimnis denkbar, so war es konstruierbar, so ist es rekonstruierbar, doch es hätte auch anders sein können“, so leitet Broch die Schlusspassagen von Methodisch konstruiert ein:
„[…] daß der Weg Philippinens und Zacharias‘ wohl zu der außerordentlichen Ekstase des Liebestodes hätte führen können, um in ihm den unendlich fernen Punkt eines außerhalb der Leiblichkeit liegenden und doch in ihr eingeschlossenen Zieles der Vereinigung zu finden, daß aber dieser Weg vom Schäbigen ins Ewige für den Durchschnittsmenschen einen Ausnahmefall, ja einen ‚unnatürlichen‘ Ausnahmefall darstellt, und daher zumeist vorzeitig oder, wie man da zu sagen pflegt, ‚rechtzeitig‘ abgebrochen wird. Gewiß, allein schon die gemeinsame Todesbereitschaft ist ein ethischer Befreiungsakt, und er kann so stark sein, daß er für manche Liebende ein ganzes Leben lang vorhält, ihnen für ein ganzes Leben lang die Stärke einer Wertwirklichkeit verleiht, zu der sie nimmer sonst fähig gewesen wären. Indes, das Leben ist lang, und die Ehe macht vergeßlich. Und so ist fürs erste bloß anzunehmen, daß sich in diesem Fall die Dinge zwischen den Gebüschen eben bloß in gewohnt plumper Ungelenkheit vollzogen hatten,um sodann dem ihnen anvemessenen natürlichen, freilich nicht unbedingt glücklichen Ende zuzueilen. Spät abends hätten dann Zacharias und Philippine den letzten Zug erreicht, und einem Brautpaar schon gleich – zur Feier des Tages in einem Wagen 1. Klasse – wären sie Hand in Hand in die Heimat zurückgekehrt. Würden Hand in Hand vor die ängstlich harrende und erschrockene Mutter hintreten, und pathetischen Gestus des Nachmittags beibehaltend, kniet der Pensionsfähige auf dem grünlich schimmernden Linoleumfußboden nieder, den mütterlichen Segen zu empfangen. Und im Walde draußen ist ein Baum zurückgeblieben, in dessen Rinde nun, von Zacharias mit scharfem Messer eingeritzt, schön herzumrahmt die Initialen Z und P sich verschlingen. Alle Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß es sich so verhalten hat. Jedes Kunstwerk muß exemplifizierenden Gehalt haben, muß in seiner Einmaligkeit die Einheit und Universalität des Gesamtgeschehens aufweisen können, aber es sei auch nicht vergessen, daß solche Einmaligkeit noch keineswegs eine strikte Eindeutigkeit in sich zu schließen braucht: kann ja sogar behauptet werden, daß selbst das musikalische Kunstwerk immer nur eine, und vielleicht nur zufällige Lösung zu Gebote stehenden Lösungsmöglichkeiten darstellt!“
KW I/5, 43 f.
Aufgabe:
Warum, meinen Sie, wiederholt Broch die Formel vom „exemplifizierenden Gehalt“ eines Kunstwerkes? Bitte kreuzen Sie an (Mehrfachantworten sind möglich):
Um zu verstärken
Um die Fiktionalität des Geschehens zu betonen
Um auf ein poetisches Anliegen aufmerksam zu machen
Um auf sein politisches Anliegen aufmerksam zu machen
Um seine politischen, soziologischen und mentalen Aussagen noch einmal ganz eindeutig zu machen
Um ein Ende des Textes zu finden
Wechseln Sie nun wieder in das ARBEITSBLATT, um weitere Fragen (Fragen 2. 8. und 2. 9.) zu beantworten. Rufen Sie, bitte, dazu wieder Ihr schon gespeichertes Arbeitsblatt von dem von Ihnen gewählten Speicherplatz auf. Vergessen Sie nicht, Ihre Arbeitsergebnisse im Anschluss wieder unter demselben Filenamen auf Ihrem PC oder Ihrer Diskette zu speichern.
Literarischer Text und soziologische Studie
„Ständig den Blick nach oben gerichtet, bildet der Kleinbürger eine Schere aus zwischen seiner wirtschaftlichen Lage und seiner Ideologie. Er lebt in kleinen Verhältnissen, aber er tritt nach außen repräsentativ auf, dies oft bis zur Lächerlichkeit übertreibend“
Wilhelm Reich 1933, 63
So beschreibt Wilhelm Reich (1897-1957) die soziale Schicht des Kleinbürgertums der Weimarer Republik. Hermann Brochs Zacharias entspricht diesem Typus Mensch in „Methodisch konstruiert“ recht genau, zieht man „Die Vier Reden des Studienrats Zacharias“ noch hinzu, werden die Bezüge noch deutlicher.
Broch selber formuliert in „Probleme und Personen der ‚Schuldlosen'“ (1950):
„Der Studienrat Zacharias: der Zwischenschicht halbproletarischen Mittelstandes entstammend, also spezifischer Spießer, geduckt vor allem, was oben ist, dafür auf jeden trampelnd, der sich unter ihm befindet, ist er Repräsentant jener ganzen Zacharias-Rasse, die allüberall im gleichen Nebel von Opportunismus und Moralschlagworten lebet, Nebelmensch, dem alles gestattet, weil das Undurchdringliche ihm den Nebenmenschen verhüllt.
KW I/5, 315
Hermann Broch hat aber mit seinem Roman und so auch mit Methodisch konstruiert einen literarischen Text, keine soziologische oder sexualökonomische Studie verfasst, einen Text, der „Konstruktion“ programmatisch im Titel führt und so eine künstlerische Konstruktion anbietet, die das banale Leben von Kleinbürgern mit ihren Lebensläufen, den erotischen Verstrickungen, aber auch den unbefriedigten religiös-mystischen Sehnsüchten nach Metaphysik und kosmischer Einheit, oszillierend zwischen Kolportage, Kitsch, Opernreminiszenz, beißender Satire und philosophischer Novelle zu fassen sucht.
Die mentalen, psychischen, biographischen, politischen, ökonomischen Dispositionen des Menschen im „Wertvakuum“, in der Welt des „Wertzerfalls“ bildeten jenen Charakter aus, der die Massenbasis und den Bodensatz der nationalsozialistischen Bewegung ausmachte. So erhellt Brochs Kunst ein (historisches) „Gesamtgeschehen“ (KW I/5, 44), ohne dabei die „strikte Eindeutigkeit“ (KW I/5, 44) einer wissenschaftlichen Studie zu haben. Vieldeutigkeit, Konstruktion, poetischer Entwurf und dichterisches Spiel vermögen so Wesentliches aufzuzeigen, zu analysieren und in den Blick zu rücken.
Wesentlich war Broch, wie er schreibt, die Schilderung der
„deutsche[n] Zustände und Typen der Vorhitlerperiode. […] Keiner von ihnen ist an der Hitler-Katastrophe unmittelbar ’schuldig‘. Deswegen heißt das Buch ‚Die Schuldlosen‘. Trotzdem ist gerade das der Geistes- und Seelenzustand, aus dem – und so geschah es ja – das Nazitum seine eigentlichen Kräfte gewonnen hat. Politische Gleichgültigkeit nämlich ist ethischer Gleichgültigkeit und damit im letzten ethischer Perversion recht nahe verwandt. Kurzum, die politisch Schuldlosen befinden sich zumeist bereits ziemlich tief im Bereich ethischer Schuld. Dies darzustellen und innerlich zu begründen, war eine der Aufgaben des vorliegenden Buches, und hierzu bedurfte es der vielschichtigen Methode. […] Nirgends ist diese Art von Schuldlosigkeit so sichtbar wie beim Spießer; selbst als Verbrecher handelt er unentwegt aus edelsten Motiven. Der Spießergeist, dessen Rein-Inkarnation Hitler gewesen ist – in Ansehung einer der Hauptgestalten des Buches ließe sich auch vom Geist der Zacharias-Rasse sprechen -, entpuppt sich immer wieder als der des prüden Raubtiers, das jegliche Grausamkeit, also nicht zuletzt auch die Scheußlichkeiten der Konzentrationslager und Gaskammern ohne weiteres hinnimmt, dagegen von jeglicher Erwähnung sexueller Tatsachen, und gar wenn sie abwegig sind, sich persönlich getroffen und schwer beleidigt fühlt, allerdings damit sich auch selber verrät. Vielerlei Gründe lassen sich für das böse Phänomen anführen, beispielsweise das Abreißen der abendländischen Werttradition sowie die hierdurch bewirkte seelische Unsicherheit und Haltlosigkeit, von der eine so traditionsschwache Zwischenschicht wie das Spießertum sicherlich am intensivsten erfaßt worden ist. […]“
Entstehungsbericht, KW I/5, 325
Aufgabe:
Wechseln Sie nun ein letztes Mal in das ARBEITSBLATT, um die abschließende Frage (Frage 2. 10.) in Form eines Essays zu beantworten. Rufen Sie, bitte, dazu wieder Ihr schon gespeichertes Arbeitsblatt von dem von Ihnen gewählten Speicherplatz auf. Vergessen Sie nicht, Ihre Arbeitsergebnisse im Anschluss wieder unter demselben Filenamen auf Ihrem PC oder Ihrer Diskette zu speichern.
Broch, Hermann: Sekundärliteratur (1981-1998) Hermann-Broch-Archiv Broch, Hermann: Psychische Selbstbiographie Broch, Hermann: Wertezerfall Broch, Hermann: Rezension Broch, Hermann: Rezension Broch, Hermann: Psychische Selbstbiographie Broch, Hermann Broch, Hermann: Die Schlafwandler Broch, Hermann - Wirkung